Produktionsnotizen INDEX > Produktionsnotizen 12. Dezember, 2003
The 31st Year of the Showa Era (1956)

Map of downtown Tokyo at the time

Heute hatten wir unser allererstes Treffen mit dem Regisseur Akio Nishizawa, dem Produzenten Masahiro Murakami, und dem Produktionsteam.

Obwohl das 31. Jahr der Showa-Periode (1956) eines der wichtigsten Elemente von „Mein Heimatland Japan“ ist, hatten die Teammitglieder kein klares Bild von dieser Zeit, weil die meisten von ihnen danach geboren wurden. Als erstes mussten wir uns also über die Stadt und die Menschen in dieser Zeit schlau machen.

Seit die Geschichte geschrieben wurde war das Team, ganz besonders Herr Watabe, sehr oft in Bibliotheken und Museen, um Material wie z.B. Fotos und historische Dokumente zu sammeln, um sich in die Lage zu versetzen, die Atmosphäre dieser Zeit angemessen transportieren zu können. Diese visuellen Ressourcen sind für die Animatoren sehr nützlich, um Storyboards zu zeichnen. Zufällig ist heute (12. Dezember) der 100. Geburtstag des berühmten Regisseurs Yasujiro Ozu.

Auf dem Fernsehkanal NHK BS laufen derzeit alle 57 Filme des verstorbenen Yasujiro Ozu. Seine Filme, sowohl in Farbe als auch in schwarz/weiß, sind sogar heute noch unterhaltsam. Der Regisseur Yasujiro Ozu hat sorgfältig die Lebensbedingungen der Menschen, die in den 1940er und 1950er Jahren lebten, visualisiert. Seine Filme sind eine wertvolle Informationsquelle, die unserem Team hilft, sich das Jahr 1956 vorzustellen. Wir genossen es, und während des Meetings seine Filme „Früher Frühling“ und „Umaretewa Mitakeredo“ anzusehen machte uns Spaß. Sogar die Straßenbahnen und Wäschestangen, die in diesen Filmen zu sehen sind, ließen uns nachdenken.

Die Geschichte ist in der alten Innenstadt von Tokio angesiedelt. Zuerst mussten wir abklären, wo die Häuser jeder einzelnen Figur sind, sowie die Grundschule, der Spielplatz, und das Einkaufszentrum. Regisseur Nishizawa nahm ein Blatt Papier, das er vor dem Team auf den Tisch legte. Es war die detaillierte Skizze (oben), die er mit vier unterschiedlich-farbigen Stiften gezeichnet hatte, während er im Shinkansen fuhr. Wie sahen der Spielplatz und das Einkaufszentrum aus? Wie war in jenen Tagen das Haus einer reichen Familie? Regisseur Nishizawa erklärte, „Die Häuser reicher Familien waren von einer Art Hecke umgeben, was für eine ziemlich seltsame Atmosphäre sorgte. Die Menschen haben früher Blumentöpfe auf der Straße vor ihren Häusern aufgestellt. Die waren nicht so ausgefallen wie die heutigen Gartenstile, aber die Menschen haben auf einfache Weise versucht, um das Haus herum zu dekorieren.“ „Damals waren andere Blumen als heute beliebt, nicht wahr? Celosien waren sehr beliebt, und auch Salbei, besonders im Sommer“, fügt Herr Murakami, der Produzent, hinzu, der sich an seine eigene Kindheit erinnert.

„Niedriger Esstisch“ und „schwarzes Telefon“

In jener Zeit hatten Familien einen „niedrigen Esstisch“ (der heutzutage von einem westlichen Esstisch ersetzt wurde) in ihren Esszimmern. Wie war das? Was für Mahlzeiten wurden normalerweise auf diesen Tischen angerichtet? In einer der Szenen des Films kommt ein Telefon vor, aber niemand aus dem Team hat die leiseste Ahnung, wie ein Telefon aus jener Zeit aussieht.

Dann fängt Herr Watanabe an, den alten Lebensstil detailliert zu erklären, unter Berufung auf die Unterlagen, die er gesammelt hat: „Dieser niedrige Esstisch ist mit zu vielen Gerichten zugedeckt. Damals fanden wir, dass gekochter Reis, Miso-Suppe und Fisch auf dem Tisch genug sind. Im Sommer liefen Kinder im Unterhemd durch die Gegend.“